Wandern

Seit 1999 wird im Heikendorfer Sportverein gewandert. Regelmäßig erfasst haben wir rund fünfzig Mitglieder für den schönen Ausgleichssport Wandern. Alle Wanderfreunde sind etwas älter, aber immer noch voller Tatendrang und Neugier, wenn wir alle vierzehn Tage auf Tour gehen.

Gewandert wird immer freitags. Treffpunkt ist der Parkplatz am Sportheim. Dort werden Fahrgemeinschaften gebildet. Gäste und Neugierige sind jederzeit herzlich willkommen. Feste Anmeldungen gibt es nur, wenn vorher Bus oder Bahn gebucht werden müssen. Die Wanderstrecken sind zwischen 8 und 12 km lang. Sie werden vorher durch die Wanderführer erkundet. Diese leiten die Touren, sorgen für den Zusammenhalt der Gruppe und notwendige regelmäßige Pausen. Es wird in einem mäßigen Tempo gelaufen.

Die Wandersparte ist offen für Interessierte jeden Alters. Wegen des notwendigen Versicherungsschutzes ist die Mitgliedschaft im HSV Voraussetzung (Ausnahme Schnuppertouren!). Ansonsten fallen nur geringe Umlagen für die Fahrten an. Gewandert wird bei jedem Wetter – Ausnahme: Unwetter. Wichtig sind deshalb: Festes Schuhwerk (Wanderschuhe) und wetterfeste Kleidung. Für Speis und Trank (Rucksackverpflegung) sorgt jeder selbst.

Termine: HSV Wanderung Mai-November 22NEU

 

„Alle Neune“ nach Felde: Wanderung am Freitag, den 22.4.2022

Wieder tat die Sonne ihr Bestes und begleitete die Wandergruppe des Heikendorfer Sportvereins über die 12 Kilometer lange dritte Wanderung in 2022. Neun Wanderfrauen, sozusagen der harte Kern, machten sich auf den Weg nach Felde und starteten die Strecke an der Endstelle der Buslinie 14 in Mettenhof. Helga Palm hatte die landschaftlich sehr abwechslungsreiche und schöne Route ausgesucht, eine Vorexkursion mit Dorothea Zelenka gemacht und die Gruppe geführt.

Nachdem die Brücke über die Bahnlinie von Kiel nach Felde überquert war, führte der Weg am Ortsrand von Melsdorf vorbei über den Ihlberg nach Schönwohld. Auf dem Weg zum Eidertal durchquerten wir Waldstücke mit teppichartig üppigem Bewuchs von Frühlingsblumen wie Buschwindröschen, gelbem Scharbockskraut, Flecken von Veilchen, Immergrün und weißen Sternmieren. Das offene, saftig grüne Eidertal empfing uns mit seinen Feuchtwiesen und erfreute mit weiten Ausblicken. In der Ferne grasten Pferde, und in der Nähe versammelte sich neugierig staunendes Jungvieh ob der ebenfalls sie anstaunenden Gruppe jung gebliebener Frauen. Zum Staunen brachten uns auch beeindruckende Baumriesen am Wegesrand und in Einzelstellung in der Landschaft vor allem alte Eichen und eine elefantenfüßige Buche. Vorbei an der einsam gelegenen Eiderkate erreichten wir das Gelände von Marutendorf, am nordöstlichen Ufer des Westensees in der Gemeinde Achterwehr gelegen. Im Stadtbuch von Kiel schon im 13. Jahrhundert als Maruthenthorpe erwähnt, residierten dort einst die Ritter von Marute. Als Besitzer eines späteren Gutes Marutendorf traten dann die Herren von Rantzau in Erscheinung, gefolgt von bis zu dreißigfachem Besitzerwechsel im Zeitraum von vierhundert Jahren (siehe dazu in Deert Lafrenz, Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein, 2015).

In neuerer Zeit fiel das Gut in die Hände von Richard Müller, im Volksmund „Monetenmüller“ genannt. Der erzielte seit den 1970iger Jahren bis noch nach der der Zeit der deutschen Wiedervereinigung auf zweifelhafte Weise ein enormes Vermögen, dies weniger mit biodynamischer Landwirtschaft denn als einer der bedeutendsten Händler im illegalen West-Ost-Technologiegeschäft. “Müllers Geschichte liest sich wie ein Taschenkrimi aus den Tagen des Kalten Krieges“ (FOCUS Nr 10, 1997; wen es interessiert, es lohnt sich, dazu googeln.) Heute gehört das Gut zur Fielmann-Gruppe.

Auch, wenn der idyllische äußere Anschein also gelegentlich trügerisch sein kann, „bestechend ist nach wie vor die Lage in der anmutigen Landschaft nördlich des Westensees….., die einen Eindruck von landschaftlicher Unversehrtheit vermittelt, wie sie nicht allzu häufig hierzulande noch erlebbar ist.“ Lafrenz, s.o.) Es soll übrigens im 19.Jahrhundert an Gut und Herrenhaus ein Park und dazu eine weitläufige Gartenanlage existiert haben, wo es sogar Treibhäuser für Ananas und Pfirsiche gegeben haben soll und man es auch mit Weinstöcken versuchte. Das Privatgelände um das Herrenhaus ist für Wanderer nicht zugänglic

Weiter ging unser Weg vom Gut nach Norden Richtung Ahrensee, über weite Feuchtwiesen und entlang des Naturschutzgebietes „Ahrensee und nordöstlicher Westensee“, weiter dann über eine Landbrücke zwischen beiden Seen. Die Eider durchfließt den Westensee im Norden und verlässt ihn wieder Richtung Nordostsee-Kanal, um diesen zwischenseitlich zu speisen. Noch unterhalb davon und vor der Bahnlinie Felde / Kiel überquerten wir den Fluss und kehrten am Ortsrand von Felde zum Kaffeetrinken im Cafe Noosh ein. Zwei freundliche junge Männer servierten diverse hausgemachte Kuchen und erfreuten die Herzen der grauhaarigen Runde: „Und für Sie, junge Frau, was darf es sein?“ Mit Bahn und Bus ging es zurück nach Kiel und Heikendorf. Nun freuen wir uns auf die nächste Wanderung am 20. Mai, es geht ins Dosenmoor.

Bericht für die Gruppe: Regina Hoffmann-Müller

 

Termine März bis November – hier: HSV Wanderung Mai-November 22NEU